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 Die Tagesklink "ANAMA" in El Salvador

¡vamos! e.V.

Wer heute nach El Salvador reist und auf dem Internationalen Flughafen Comalapa an der Pazifikküste ankommt, trifft auf ein Land in Glanz und Gloria. Die automatische Gangway führt direkt ins moderne und klimatisierte Flughafengebäude mit seinen First-Class-Boutiquen und schmucken Nobelbars. Hier ist der Hauptsitz der größten Mittelamerikanischen Fluggesellschaft und Dreh- und Angelpunkt des Personenverkehrs der Region. Der salvadorianische Präsident Flores rühmt sich gerne des Reichtums seines Landes.

Fünfzig Kilometer entfernt in Soyapango regiert die Armut. Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Bandenkriminalität und Kinderprostitution bestimmen das Leben. Hier ist die Clinica Medica Integral "Anama" zu Hause. Dr. Xiomara Montoya und ihr Kollege Dr. Jorge Adalberto Rivas kümmern sich zusammen mit Krankenschwestern sowie mehreren Helferinnen und Helfern in den Außenstellen um die Kranken unter den Armen und Schwachen.

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Im Wartesaal der Clinica Anama riecht es nach Schweiß. Mit Kindern, Schwangeren, alleinstehenden Frauen und einigen alten Männern ist der kleine Raum mit dem Engelsbild im Hintergrund überfüllt. Dr. Xiomara Montoya berichtet: "Seit den Erdbeben im Januar und Februar 2001 haben sich die Nöte der Menschen vervielfacht." Seitdem versorgt sie wöchentlich vier notdürftige Ansiedlungen von Erdbebenopfern. Ohne das Ambulanzfahrzeug, das mit den ¡vamos!-Spenden aus Deutschland im vergangenen Jahr finanziert wurde, wäre dieser Dienst nicht möglich. Täglich startet sie in aller Frühe bepackt mit Medikamenten und viel Enthusiasmus, um die Leiden der Menschen zu lindern und wenn möglich ihre Krankheiten zu heilen.

  

       

Angesichts dieses Elends wollen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Clinica Anama einer neuen Herausforderung stellen: Neben dem Ableger in Los Olivos, der 1999 gegründet wurde, sollen jetzt weitere Außenstellen entstehen. Die unter den Erdbebenopfern begonnene Arbeit soll auf solide und langfristig sichere Beine gestellt werden.

Doch damit nicht genug: In der Umgebung des internationalen Flughafens Comalapa ist der Bau von 20 Häusern für obdachlose Familien geplant, die durch das Erdbeben alles verloren haben. "El Salvador ist ein Armenhaus mit vergoldeter Eingangstür. Kein Mensch glaubt, dass die totale Armut fünf Minuten von diesem Glitzerpalast entfernt beginnt", so Balmore Amaya, Koordinator der Projekte, an denen die Clinica Anama beteiligt ist, und Geschäftsführer der Klinik. Und er fügt hinzu: "Vamos kann zwar nicht die ganze Welt verändern. Aber jedem einzelnen, dem von der Clinica Anama Hilfe zuteil wird, erscheint die Welt verändert. Wir danken allen, die uns bisher in dieser Arbeit unterstützt haben und bitten um Ihre und die Unterstützung neuer Spenderinnen und Spender für das Jahr 2002."

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Ganzheitliche Gesundheitsversorgung

Großer Wert wird auf eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung sowie auf die Prophylaxe und die gesundlheitliche Bewußtseinsbildung gelegt. Dazu gehören auch Hausbesuche in den umliegenden Armenvierteln und Informationsveranstaltungen außerhalb der Klinik sowie die Einrichtung eines "Kinderclubs". So erhalten die Mädchen und Jungen nicht nur eine kontinuierliche medizinische Betreuung, sondern kommen auch in den Genuß von kleinen Festivitäten und Spielenachmittagen.

Spenden auf Konto 100304000 BLZ 701 693 82 Stichwort "clinica"

In der Clinica Anama und ihren fünf Außenstationen wurden im ersten Halbjahr 2001 insgesamt 5.447 Patienten betreut. Im selben Zeitraum konnten 1.391 Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Die überwiegenden Krankheitsbilder:

l Atemwegserkrankungen: auf Grund von Staub, Klimawechsel, fehlender Kleidung zum Wechseln (bei Nässe) usw.

l Magen-Darm-Infektionen: kein sauberes Wasser, Mangelernährung und verdorbene Nahrungsmittel

l Nervenkrankheiten: unter anderem als Nachwirkungen der Erdbeben. (insgesamt 11.000 Beben seit dem 13.01.2001)

l Blasenerkrankungen

l Hautkrankheiten, hauptsächlich zurückzuführen auf unzureichende Hygiene.

Außerdem wurden 319 kleinere Behandlungen wie Augenspülungen, Akupunkturen, therapeutische Massagen und ähnliches durchgeführt

Liste der am häufigsten auftretenden Krankheiten:

Akute Atemwegserkrankungen, Akute Durchfallerkrankungen, Darmparasiten, Hauterkrankungen, Bluthochdruck, Zuckererkrankungen, Unterernährung und weitere. Die Krankheitsursachen liegen nach Meinung der Clinica-Leitung in der Umweltverschmutzung und den gesundheitsschädigenden Lebensbedingungen in den Armenvierteln. Deshalb soll der Bewußtseinsbildungsarbeit und Umwelterziehung in Zukunft noch mehr Gewicht gegeben werden.